Fussnoten zu: IX. Der Verlust der Wirklichkeit: das Ende der Moderne

1) Meine summarische Darstellung berücksichtigt nur jene Aspekte dieser Entwicklung, die sich auf das Selbstverständnis der westlichen Demokratien ausgewirkt haben. Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion, Osteuropas und der Dritten Welt wird dabei nur in Bezug zum Westen wahrgenommen.

2) Zitiert nach Szulc, 1990, S. 101 (Übersetzung S.B.)

3) Betrachtet man diese beiden gegensätzlichen Bewegungen unter dem Gesichtspunkt der Kohut'schen Narzißmuspsychologie, so stellt der Aufstand der ›Neuen Linken‹ einen gesellschaftlichen Heilungsversuch dar. Dabei geht es um die Wiederherstellung des idealisierten Pols des kollektiven Selbst, d.h. um die längst fällige Verwirklichung der Leitbilder und Ideale, in deren Namen der Westen gegen das nationalsozialistische Deutschland und Japan gekämpft hat. Das ›Aussteigen‹ der Hippies entspricht dagegen weit eher einer Abwehrreaktion, die im individuellen Bereich nicht mehr auf Heilung, sondern nur noch auf die Aufrechterhaltung des bedrohten Selbstwertgefühls zielt. Die Hippies wenden sich von der enttäuschenden und kränkenden Realität ab und versuchen, deren Defizite durch äußere Stimulationen (wie Sex, Musik, Reisen) oder durch die mit Hilfe von Drogen hervorgerufene Illusion der eigenen Weisheit, Unabhängigkeit und Vollkommenheit zu überdecken.

4) 1972 unterzeichneten die USA und Nordvietnam einen Waffenstillstand. Nach der Kapitulation Südvietnams im Jahr 1975 vereinigten sich Süd- und Nordvietnam zur Sozialistischen Republik Vietnam.

5) Vgl. Szulc, 1990, S. 360

6) Popper, 1984, S. 128

7) Europa zählte schon 1970 zehn Millionen Arbeitslose. Die Zahl der Arbeitslosen nahm in den westlichen Industrieländern ständig zu und wird nach einer Prognose der OECD Anfang 1994 von 32 (1992) auf über 35 Millionen steigen. (›Tages-Anzeiger‹ vom 4.11.93)

8) Vgl. McAuley, 1992, S. 78

9) Immerhin kommt von allen Wissenschaften die Psychoanalyse einer solchen Sinngebung doch am nächsten: durch ihre wenn auch nur vage umrissene Vorstellung der psychischen Gesundheit, die Freud als Liebes-, Arbeits- und Genußfähigkeit definiert.

10) Lasch, 1979

11) Ich verzichte darauf, die institutionalisierte Praxis der Psychotherapie aufzuführen, die sich offiziell als Heilungsversuch zu erkennen gibt und deren Verbreitung im gegenwärtigen ›Psychoboom‹ die psychische Not unserer Gesellschaft ins öffentliche Bewußtsein rückt.

12) Krahmer, 1977, S. 142

13) Die vom italienischen Kunstkritiker Achille Bonito Oliva vorgeschlagene Bezeichnung ›Transavanguardia internazionale‹ bleibt zusehr mit der italienischen Kunstszene verbunden; in Bezug zur internationalen Entwicklung ist sie deplaciert.

14) Zitiert nach Honneff, 1988, S. 34-36

15) ›Flash Art‹ (Editore Giancarlo Politi, Milano), No 92-93, Oktober-November 1979, S. 17-20

16) Nach Loredana Permesani ›Sandro Chia: la genèse de l'image‹ in ›Art Studio‹ No 7, 1987, S. 38

17) Zitiert nach Perucchi-Petri in Cucchi, 1988, S. 14

18) Eine breite Auswahl derselben wurde anläßlich der gleichnamigen Ausstellung im Kunsthaus Zürich (1988) unter dem Titel ›La Disegna‹ in Buchform veröffentlicht (Cucchi, 1988)

19) Honneff, 1988, S. 136-138

20) ebda, S. 132

21) ›Art‹ Nr 5, Mai, 1986, S. 57

22) Polke, 1976

23) Zitiert nach Honneff, 1988, S. 89, 90

24) Vgl. Welsch, 1988, S. 46-63

25) Welsch, 1988, S. 39

26) Zitiert nach Welsch, 1988, S. 35

27) ebda, S. 35

28) Welsch, 1988, S. 6, 7

29) Kohut, 1975, S. 98