Fussnoten zu: III. Die Wirklichkeit des Bildes und der Beginn der Moderne

1) Hauser, 1953, S. 844

2) Siehe meine Ausführungen zu diesen Ich-Werten in der Fußnote S. 81 dieses Buches.

3) Schmidt, 1966, S. 60-69

4) Die Übereinstimmung von gestalterischen Mitteln, künstlerischer Intention und geistiger Gesinnung macht die künstlerische Wahrheit, die Unteilbarkeit und Integrität eines Werkes aus. Dies gilt selbstverständlich nicht nur für die stilistische Errungenschaft des Naturalismus, sondern für alle Stilmittel, über die eine Epoche verfügt. So kennen wir heute auch konstruktivistischen oder surrealistischen Kitsch, kitschige Pop Art oder gar ›naiven‹ Kitsch.

5) Diese Ausstellungen sollten in entscheidender Weise zur fortschreitenden Demokratisierung des Pariser Kunstbetriebs beitragen. Dem Beispiel der ›Société‹ folgend, gründeten im Jahr 1884 mehrere hundert Künstler als Alternative zum offiziellen Salon den ›Salon des Indépendants‹, der ohne jede Einschränkung allen Malern und Bildhauern offen stand, die bereit waren, ihren jährlichen Mitgliederbeitrag zu bezahlen. Dadurch, daß er auch avantgardistischen oder sonstwie abwegigen Künstlern (man denke an Henri Rousseau, die Fauves und die Kubisten) eine Ausstellungsmöglichkeit bot, wurde dieser Salon zum wichtigsten Forum fortschrittlicher Kunstströmungen und trug wesentlich zur Verbreitung neuer künstlerischer Impulse bei.

6) Zur folgenden Analyse der impressionistischen Stilmerkmale, siehe Schmidt, 1955, S. 22-28

7) Vgl. Schmidt, 1966, S. 81

8) Zitiert nach Adhemar et Cachin, 1973, S._

9) Nach Denis, 1907, zitiert nach Cézanne, 1980, S. 90

10) Vgl. Schmidt, 1966, S. 90, 91

11) Cézanne im Gespräch mit Gasquet, zitiert nach Hess, 1956, S. 25

12) Cézanne im Gespräch mit Gasquet, zitiert nach Gasquet, 1926/1930, S. 100

13) Cézanne im Gespräch mit Bernard, zitiert nach Cézanne, 1980, S. 89

14) Um den 24. August 1888, zitiert nach Hess, 1956, S. 36

15) Zitiert nach Hess, 1956, S. 35, 37

16) Um den 7. Juli 1888, zitiert nach Hess, 1956, S. 35, 36

17) In: J. de Rotonchamp ›Paul Gauguin‹, Paris, 1906, zitiert nach Hess, 1956, S. 45

18) Brief vom Mai 1890, in van Gogh, ›Briefe an den Bruder Theo‹, 1959, Bd II, S. 312

19) Brief vom 23. Mai 1890, in van Gogh, ›Briefe‹, Bd 5, S. 79

20) Etwa 9. Juli 1890, in van Gogh, ›Briefe an den Bruder Theo‹, 1959, Bd. II, S. 320

21) Zitiert nach Hess, 1956, S. 43, 44

22) In Charles Morice ›Paul Gauguin‹, Paris, 1919, zitiert nach Hess, 1956, S. 42

23) Aus einem Brief an D. de Monfreid, zitiert nach Hess, 1956, S. 44, 45

24) Hofstätter, 1965, S. 66

25) Im Katalog des ›Musée Moreau‹, Paris, 1926, zitiert nach Hofstätter, 1965, S. 155

26) Zitiert nach Hofstätter, 1965, S. 229

27) In ›Le Figaro Littéraire‹ vom 18. Sept. 1886, zitiert nach Hofstätter, 1965, S. 228

28) Als erster benutzt Aristoteles das griechische Wort Katharsis (= Reinigung, Sühnung) in diesem Sinne, um die Wirkung der Tragödie auf den Zuschauer zu bezeichnen: "Die Tragödie ist die Nachahmung einer edlen und abgeschlossenen Handlung [...] derart [...] daß mit Hilfe von Mitleid und Furcht eine Reinigung von eben diesen Affekten erreicht wird." (Aristoteles Von der Dichtkunst, Zürich, 1950, S. 398). Später (und zwar zur selben Zeit, in der Munch die entsprechenden Bilder malt) nehmen Breuer und Freud diesen Ausdruck wieder auf, um das Prinzip zu benennen, dem die Psychoanalyse zwischen 1880 und 1895 ihre ersten therapeutischen Erfolge verdankt. Die "Kathartische Methode" beruhte auf der Einsicht, daß Affekte, denen es nicht gelingt, den Weg zur Abfuhr zu finden, pathogen wirken. Die beiden Ärzte nahmen an, "die Heilung erfolge durch die Befreiung des irregeleiteten Affekts und die Abfuhr desselben auf normalem Weg (Abreagieren)". (Freud, ›Psychoanalysis‹, GW XIV, 1926, S. 300)

29) Schiff, 1977, in Ensor, 1983, S. 30

30) 1884 stellten ›Les Vingt‹ Rodin aus, 1886 folgte Monet, 1887 Seurat, 1889 Gauguin und 1890 Cézanne und van Gogh. Ensor tritt 1888 aus der Gruppe aus.

31) Schiff, 1977, in Ensor, 1987, S. 39

32) ein Vorgehen, das der amerikanische Psychoanalytiker Ernst Kris als "Regression im Dienste des Ich" bezeichnet.

33) Es ist dabei klar, daß die künstlerische Entwicklung nicht eingleisig verläuft, und daß jeder dieser Künstler einen vielfältigen Einfluß auf die folgenden Generationen ausgeübt hat. So lassen sich von Monet auch Bezüge zu Kandinsky und zum Abstrakten Expressionismus, oder von den Kubisten solche zu Klee herstellen. In diesem Sinne sind die aufgezeigten Entwicklungslinien als schematische Vereinfachungen zu verstehen.